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Mallorca

Lange nichts mehr von mir gehört, gell? Das liegt teilweise an meinem neuen Großprojekt:

Long time no blog, I know! Partly, this is due to my new project:

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Außerdem haben wir uns in den letzten Monaten ein wenig in der Arbeit vergraben. Im Juni hatten wir jedoch tatsächlich mal sechs Tage Urlaub zusammen – hooray! Wir wollten beide mal raus und beschlossen, für dreieinhalb Tage nach Mallorca zu fliegen. Bei unserem letzten (und ersten) Ausflug auf die Insel vor zehn Jahren hatten wir diesen vielseitigen Ort sehr genossen. Auch ist Mallorca DIE Destination für Deep Water Soloing (= Klettern ohne Seil direkt über dem Meer an Stellen, wo das Wasser tief genug ist, um sicher einen Sturz aufzufangen – dieses Video gibt einen ersten Eindruck von DWS auf Mallorca).

Also, over the last few months, we had buried ourselves in work a bit. In June, however, we actually took six days of holidays together – hooray! We both wanted to see something else for a change, so we decided to fly to Mallorca for three and a half days. On our last (and first) trip to the island ten years ago, we had thoroughly enjoyed this versatile place. Also, Mallorca is THE destination for deep water soloing (=climbing without a rope directly above the sea where the water is deep enough to savely catch a fall – you can check out this video for a first impression).

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Der Start war recht durchwachsen (Buchung der Flüge war eine Herausforderung (niemals opodo!), ebenso wie das Buchen eines Autos (nie clickrent!) und als unser Abendflug mit zwei Stunden Verspätung in Palma ankam, hatten bereits alle Supermärkte geschlossen  – und wir waren hungrig), aber ab da ging es wieder steil bergauf und am Ende hatten wir drei wundervolle Tage auf der Insel.

Nach einem starken Morgenkaffee in der Altstadt von Manacor (wo die Tasse versprach, dass wir heute Glück haben würden) und einem Ausflug in den Supermarkt sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Frisch gestärkt fuhren wir zum Dorf Santanyí, um dort die Deep Water Solo Spots anzuschauen.

The start was a bit rocky (booking the flights was a challenge (never use opodo!), as was booking a car (never use clickrent!), and then our evening flight was two hours late, so all supermarkets were closed by the time we arrived in Palma – and we were hungry), but things improved from thereon out, and in the end we had a wonderful few days on the island.

After a strong morning coffee in the old city center of Manacor (where the cup predicted that we would be lucky today), and a trip to the supermarket, things were definitely looking up. We drove to the village of Santanyí in order to check out the deep water solo spots over there.

Am nächsten Tag besuchten wir zuerst Cala Varques (wo das oben verlinkte DWS-Video gedreht wurde). Nach einer langen Wanderung vom Parkplatz durch die heiße Sonne erreichten wir endlich diese Bilderbuch-Bucht mit ihrem türkisfarbenen Wasser, weißen Sand und Klippen auf der linken Seite – der Strand war aber natürlich kein Geheimnis mehr und war somit ziemlich voll.

The next day, we visited Cala Varques (where the dws-video I linked on above was filmed). After a long walk from the parking through the hot sun, we finally arrived at this picture-perfect bay with its turquoise water, white sand and cliffs on the left-hand side – but since the beauty of this beach is no secret it was very crowded.

Wir entschieden uns dafür, noch eine weitere Bucht aufzusuchen und fuhren weiter nach Cala Sa Nau. Der Strand leerte sich bereits als wir ankamen, doch ein verlockender Geruch zog uns erst mal in das wunderschöne Strandrestaurant, wo wir den besten Ziegenkäsesalat der Welt aßen. Im Licht der untergehenden Sonne wanderten wir entlang der Klippen um uns noch die DWS Spots anzusehen.

We decided to check out another bay and drove on to Cala Sa Nau. This beach was already emptying when we got there, and a tantalising smell lured us into its beautiful beach restaurant, where we ate the world’s best goat cheese salad. In the light of the setting sun, we walked along the cliffs to check out the dws spots.

Während unseres Kurztrips sind wir übrigens in einer schönen Finca in der Nähe von Manacor (Finca Fair) untergekommen, von wo aus man alle Kletter- und DWS-Spots an der Ostküste der Insel erreichen kann. Ray, der Besitzer, ist mit Herzblut bei der Finca und seinem Shambala-Projekt und er diskutiert gerne über Nachhaltigkeit, Konsum und Politik.

By the way: during our trip, we stayed a a beautiful finca near Manacor (Finca Fair), from where you can reach all the climbing and dws spots on the Eastern coast of the island. Ray, the owner, pours his heart and soul into this place, his Shambala project and he will happily discuss sustainability, consumerism, and politics with you.

 

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Way back when: Margalef

Den größten Teil unserer Reise in 2015 haben wir in Katalonien und dort vor allem in unseren zwei Lieblingsklettergebieten verbracht: Siurana und Margalef. Nachdem uns das Wetter im Februar nach Chulilla getrieben hatte, kehrten wir im März wieder zurück nach Margalef.

Most of our trip in 2015 was spent in Catalonia and, above all, in our two favorite climbing areas: Siurana and Margalef. After the weather had driven us to Chulilla in February, we returned to Margalef in March.

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Margalef ist ein echtes Kletterdorf, was sich schon durch die vielen Aufkleber auf dem Ortseingangsschild bemerkbar macht. Das Dorf wird dominiert vom Refugio „El Racó de la Finestra“, einem Hostel von Kletterern für Kletterer. Gegen eine kleine Gebühr konnten wir dort Wäsche waschen und uns auch mal eine Dusche oder ein Bier gönnen. Auf der anderen Seite eines kleinen Flusses gab es einen Parkplatz, auf dem man kostenlos mit dem Bus stehen konnte. Mittlerweile ist der Parkplatz zum Campingplatz „El Pont“ umfunktioniert worden.

Margalef is a climbing village through and through, which is already noticeable by the many stickers on the entrance sign. The village is dominated by the Refugio „El Racó de la Finestra“, a hostel run by climbers for climbers. For a small fee, we were able to wash clothes in there and treat ourselves to a shower or a beer. On the other side of a small river there was a parking lot where you could stay for free. Meanwhile, the parking lot has been converted to the campsite „El Pont“.

Vom Dorf aus fährt man mit dem Auto weiter ins Tal, um zu den Kletterfelsen zu gelangen. Bei einigen der Wände konnte man direkt davor parken und quasi aus dem Auto heraus sichern. Um zu unserer Lieblingswand, dem Sektor Espadelles, zu kommen, musste man das Auto eine schmale Straße mit engen Haarnadelkurven den Berg hinauf jagen – das war einer der wenigen Momente, in denen wir froh waren, dass unser Bus nicht länger oder breiter war. 

From the village you drive by car further into the valley to get to the climbing sectors. For some of the routes you could park directly in front of the wall and basically belay from out of the car. To get to our favorite sector called Espadelles, you have to chase the car uphill along a narrow road with tight hairpin bends – that was one of the few moments when we were glad our van was not longer or wider.

Zu Anfang schien das Klettern in Margalef nur daraus zu bestehen, dass man das richtige Loch aus den vielen großen und kleinen Löchern im Konglomerat heraussucht, doch nach einer Weile lernten wir die Vielfältigkeit der Routen kennen und schätzen.

At first, climbing in Margalef seemed to consist only of choosing the right hole in the many big and small holes in the conglomerate, but after a while we got to know and appreciate the diversity of the routes.

Auch abgesehen vom Klettern gab es spannende Dinge zu erleben. Wir waren im November 2014, zum Zeitpunkt des ersten Referendums zur Selbständigkeit in Katalonien. Überall wehten katalonische Flaggen und Schleifen und diverse Grafittis und Poster riefen zur Wahlbeteiligung auf. Die Besitzerin des Cafés in Cornudella war am Tag nach dem Referendum ganz überwältigt vom Ergebnis und konnte nur immer wieder sagen „Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben“.

Apart from climbing, there were also other exciting things to do and witness. We were in Catalunya in November 2014, the time of the first referendum on independence. There were Catalan flags and bows everywhere and various grafittis and posters encouraged people to vote. The day after the referendum, the owner of the café in Cornudella was completely overwhelmed by the results and could only repeat „I can not believe it, I can not believe it“.

Auch der Frühling in Margalef war wunderschön, vor allem als im März die Mandelbäume angefangen haben zu blühen und überall in der Landschaft weiße Wattebäusche herumstanden.

Spring in Margalef was beautiful too, especially when the almond trees started to flower in March and white cotton balls were scattered all over the landscape.

Einer der besten Aspekte von unserer Zeit in Margalef waren die Leute, die wir dort kennen gerlernt haben. Als wir damals vor der Reise verkündet hatten, dass wir unsere Jobs schmeißen und eine Auszeit nehmen um mit dem Bus durch Europa zu fahren, hatten viele unserer Freunde uns für verrückt erklärt. Gegenüber den Lebensentwürfen von einigen der Leute in Margalef war dies jedoch komplett brav und konventionell. Joris, zum Beispiel, ein Franzose, arbeitet im Herbst und Winter in der Schweiz und lebt in seinem Bus, den Rest des Jahres erkundet er die Welt (momentan fährt er mit dem Fahrrad durch Ostafrika).

One of the best things during our time in Margalef were the people we got to know there. Before we started our trip, many of our friends had declared us crazy when we announced that we were quitting our jobs and taking time out to travel in our van across Europe. Compared to the life of some of the people in Margalef, however, this was completely tame and conventional. Joris, for example, a Frenchman, works in Switzerland in autumn and winter and lives in his van, the rest of the year he explores the world (currently riding his bicycle through East Africa).

03_GroupWir hatten also eine Menge Spaß in Margalef, sei es beim Klettern, als auch an Ruhetagen – zum Beispiel beim Testen des Fernauslösers für die Kamera.

So, all in all we had a lot of fun in Margalef, be it climbing, or on rest days – for example, when testing the remote shutter release for the camera.

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Way back when: Chulilla

Ich habe zwischen den Jahren unsere Bilder der letzten Jahre sortiert. Dabei sind mir die Fotos von Februar 2015 in die Hände gefallen, als wir mit unserem Bus durch Spanien gereist sind. Schnee hatte uns damals von unseren Lieblingskletterorten in Katalonien vertrieben und so ist ein ganzer Schwung von Kletterern aus dem Norden Spaniens Richtung Valencia und dann weiter nach Chulilla gefahren.

Between christmas and new years, I finally got around to sorting through the photos of the last few years. That is when I stumbled over those from February 2015, when we were traveling through Spain with our van. Snow had driven us away from our favorite climbing spots in Catalonia and so a whole bunch of climbers migrated from the north of Spain to Valencia and then on to Chulilla.

Map_Chulilla

Nachdem wir von der Autobahn abgefahren waren, kurvten wir lange Zeit durch leicht hügeliges Gelände. Gerade wunderte ich mich noch, wo sich in dieser Landschaft die Kletterfelsen verstecken, da tat sich plötzlich die Erde neben uns auf. Das Klettergebiet von Chulilla erstreckt sich über die Wände einer Schlucht, dort wo sich ein Fluss tief in den Boden hineingegraben hat.

After leaving the motorway, we drove through slightly hilly terrain. I was just wondering where this kind of  landscape was hiding the climbing routes, when suddenly the earth opened up next to us. The climbing area in Chulilla is spread across the walls of a gorge, where a river has bitten deep into the ground.

Die Stadt Chulilla liegt direkt an den Klippen der Schlucht. Weiß getünchte Häuser stapeln sich den Hügel hinauf bis hin zu einer roten Burg, die über allem thront. Die Häuser der Stadt sind liebevoll hergerichtet, überall stehen schmucke Kübel mit Pflanzen und Mosaike aus bunten Fliesen zieren die Türrahmen.

The town of Chulilla is located at the edge of the cliffs. Whitewashed houses are stacked up along the hill until they reach a red castle that towers over everything. The houses of the city are carefully maintained, there are potted plants everywhere and mosaics of colorful tiles decorate the door frames.

Wir parkten am Rand der Stadt oberhalb der Schlucht. Um zu den Kletterrouten zu kommen steigt man in die Schlucht ab, läuft am Fluss entlang und kraxelt dann wieder ein paar Meter zu den einzelnen Sektoren hoch. Die Routen sind unheimlich lang, so dass man am besten ein 80m-Seil mitbringt. Infos zum Klettern in Chulilla gibt es hier.

We parked at the edge of town on top of the gorge. To get to the climbing routes you descend into the canyon, walk along the river and then scramble up a few meters to the individual sectors. The routes are incredibly long, so it’s best to bring an 80m rope. More information about climbing in Chulilla can be found here.

Im Februar war es auch in Chulilla recht kalt und oft nebelig. Die hohen Wände der Schlucht verschluckten außerdem schnell die Sonne, wenn sie sich mal zeigte. Unser Bus war damals überaus beliebt, da wir isolierte Wände und eine Heizung haben. Am Abend nach einem besonders kalten Tag saßen plötzlich sieben Leute im Inneren unseres Busses – wir waren so kuschelig gequetscht, dass wir sogar die Heizung ausstellen konnten.

In February, it was quite cold in Chulilla and often foggy. The high walls of the gorge also quickly swallowed the sun when it showed itself. Our van was quite popular at that time, because we have insulated walls and a heater. In the evening after a particularly cold day, seven people suddenly sat inside our van – we were so nicely squashed next to each other that we could even turn off the heating.

Am besten hat mir Chulilla am Abend gefallen. Dann funkeln die Häuser der Stadt und zeigen, dass Chulilla eines der schönsten Dörfer Spaniens ist – zumindest meiner Meinung nach.

I liked Chulilla best in the evening, when the houses of the city start to shine and sparkle and show that Chulilla is one of the most beautiful villages in Spain – at least in my opinion.

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December

Letztes Jahr im Dezember bin ich bei 16 Grad durch Sintra spaziert und am Strand entlang gewandert. Dieses mal sieht das ganz anders aus. Damit ich Portugal jedoch nicht so sehr vermisse, gibt sich der Dezember alle Mühe, mir ein Wintermärchen nach allen Regeln der Kunst zu bieten.

Last year in December, I walked through sunny Sintra and along the beach. This year around, my days look completely different. However, December really pulls out all the stops so that I do not have to miss Portugal so much.

Zum einen gibt es da den wunderschönen Weihnachtsmarkt in Mosbach. Die Fachwerkhäuser um den Marktplatz herum bieten die perfekte Kulisse für Holzbuden, bunte Lichter und Glühweinduft.

For one, there is the beautiful Christmas market in Mosbach. The half-timbered houses and cute market place supply the fairy-tale location for wooden stalls, twinkling lights and wafts of Glühwein.

Auch das Wetter verhält sich wie es sich für ein Wintermärchen gehört: es schneit pünktlich zum Adventswochenende. Sogar in Mannheim lag für ein paar Stunden Schnee, was gleich zum Anlass genommen wurde, einen inoffizielen Schneemann-Wettbewerb am Rheinufer auszutragen.

The weather also behaves as befitting a winter fairy tale: just on time for the Advent weekend, the first snow started to fall. Even Mannheim was covered for a few hours – long enough to host an unofficial snowman competition on the banks of the Rhine river.

Natürlich tue ich auch selber etwas für das Wintermärchen. Ich habe bereits einen kompletten Samstagnachmittag damit verbracht Kekse zu backen. Mit Geschmacksbomben wie Zimtschnecken und Ingwerplätzchen bewaffnet kann einem das ekligste Wetter nichts anhaben.

Of course, I myself also contribute to the winter fairytale. I have already spent a whole Saturday afternoon baking cookies. When you are armed with flavor bombs like cinnamon rolls and ginger cookies, even the nastiest weather can not harm you. By the way, why are they called cookies and not bakies??

Und wenn man noch das geliebte Mannheimer Schloss im Schnee sehen kann, dann kann der Rest des Winters gerne kommen.

The highlight of this year’s winter wonderland so far was seeing my beloved Mannheim Palace covered in snow. Winter is coming? Bring it on!

Mannheim Castle in the snow

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Forêt de Fontainebleau

Vergangene Woche besuchten wir eines unserer Lieblingsbouldergebiete: den Wald von Fontainebleau im Südosten von Paris. Dort trafen wir uns mit zwei befreundeten Familien.

Last week, we went to one of our favourite bouldering spots: The Forest of Fontainebleau to the southeast of Paris. There, we met up with two befriended families.

Map_Fontainebleau

Fontainebleau ist eine kleine Stadt mit schönen Steinhäusern und einem riesigen Renaissanceschloss. Aber der Wald, der die Stadt umgibt, ist noch schöner. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Pariser und eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas. Bäumeund Büsche jeglicher Art liefern unterschiedliche Formen und Schattierungen von Grün, Rot und Gelb. Der Sandstein in der Gegend ist ausgewaschen worden und hat einen weichen sandigen Boden hinterlassen, auf dem bizarr geformte Felsbrocken herum liegen. Diese Findlinge in Bleau sind der perfekte Spielplatz für Kletterer aller Altersstufen – und sogar für Boulderer wie uns, die gerade nicht in Hochform sind.

Fontainebleau is a small city with beautiful stone houses and a ginormous Renaissance palace. But the forest surrounding the city is even more beautiful. It is a popular weekend destination for Parisians and one of the largest contiguous forest areas in Western Europe. Trees and bushes of every kind supply different shapes and shades of green, red and yellow. The sand stone in the area has been washed out, leaving a soft sandy ground and bizzarly formed boulders strewn about. These boulders in Bleau are the perfect playground for climbers of all ages – and lucky for us, of all states of fitness as well.

Damals als wir noch ohne Bus in Bleau unterwegs waren, schliefen wir einmal in unserem Auto und wachten mit einer von Eiskristallen überzogenen Heckscheibe auf. Andere Male waren wir tagelang in unserer Gîte eingesperrt, weil es nass war oder regnete. Diesmal hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter. Die meisten Tage waren sonnig, frisch und trocken – perfekt zum Bouldern. Wir fanden außerdem einen schönen Parkplatz für die Busse neben einem Feld, das förmlich dazu einlud mit dem Hund Stöckchen zu werfen oder mit den Kindern unserer Freunde Fußball zu spielen. Direkt neben unserem Bus wuchs einer dieser Bilderbuchbäume, dessen Herbstblätter in der blassen Sonne funkelten.

In the days before we had our van, we slept in our car once when we were in Bleau, and woke up to see ice crystals covering the whole rear window. Other times, we were confined to our gîte for days on end, because it was wet or raining. This time, we were very lucky with the weather. Most of the days were sunny, crispy and dry – perfect for bouldering. We also found a very nice spot to park our vans for the night, next to a field that beckoned you to play fetch with the dog or kick around a football with our friends‘ kids. It also hosted one of those picture-perfect trees, its autumn leaves twinkling in the pale sunshine.

Baum_Sonne

Eines Abends kamen wir vom Bouldern zurück und die Landschaft sah plötzlich sehr anders aus.

One evening we returned from bouldering to find that the scenery looked very different.

Baum_Nebel.JPG

Nebel hatte sich über dem Feld ausgebreitet, kroch durch die Büsche und versteckte sich zwischen den Bäumen. Ein unheimliches Licht schien durch die Wolken und fast konnte man in der Ferne einen einsamen Wolf heulen oder ein Raumschiff schwirren hören.

Fog had spread across the field, creeping up through the bushes and hiding amongst the trees. An eerie light shone through the clouds and you could almost hear some lonely wolf howling in the distance or an alien spacecraft whirring overhead.

Am Tag darauf schien die Sonne und das Feld lud wieder zum Kicken ein, ganz unschuldig und freundlich.

The day after, the sun was shining and the field was beckoning again, all innocent and friendly.

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Vilnius

Ein weiterer Monat, eine weitere Reise, diesmal für ein paar Tage nach Vilnius. Ich war zum ersten Mal in Litauen (oder in irgendeinem der baltischen Staaten), ich war also sehr gespannt. Einige Tage vor meinem Flug wurde mir klar, dass ich keine Ahnung von der Sprache dort hatte, also versuchte ich noch auf den letzten Drücker ein bisschen Litauisch zu pauken. In diesem Sinne: „Laba diena“ an euch alle!

Another month, another trip, this time to Vilnius for a few days. It was my first time in Lithuania (or any of the Baltic states, for that matter), so I was very excited. A few days before my flight, I realised that I had no idea about the language there, so I tried to do some last minute cramming. So, „Laba diena“ to you all!

Mit knapp 600.000 Einwohnern ist die Hauptstadt Litauens recht übersichtlich. Die schöne Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und kann einfach zu Fuß erkundet werden. Anfangs habe ich noch einen Blick in jede Kirche geworfen, nach einer Weile merkt man jedoch, dass diese an jeder Ecke stehen und eine barockiger ist als die andere. Es gibt zahlreiche Cafés und Kneipen, deren erleuchtete Fenster besonders in den Abendstunden ins Innere locken. Ab und zu sieht man die Hinterlassenschaften der sowejtischen oder deutschen Besatzer – Zeitzeugen für die turbulente Geschichte des Landes.

With a little less than 600,000 inhabitants, the capital of Lithuania is easy to navigate. The beautiful old town is a UNESCO world heritage site. At first, I peeked into each church I found, but after a while you realise that there is one on every corner, each outdoing the other in its baroque splendor. There are numerous cafés and pubs. Especially in the late hours, their illuminated windows lure you into their cosy interiors. From time to time one can see traces of the Soviet or German occupation, reminders of the country’s turbulent history.

Vom Wetter her ist Oktober vielleicht nicht der beste Monat, um Vilnius zu besuchen: Es hat die ganze Zeit geregnet. Dafür haben die Blätter der vielen Bäume, welche die Stadt umgeben, für Farbe gesorgt. Eine junge Frau, mit der ich sprach, sagte sie habe lange geglaubt, dass das Grün, Rot und Gelb der litauischen Flagge die Herbstfarben der Bäume repräsentiere. Tatsächlich stehen die Farben für Freiheit, Blut … und Sonne – sehr unpassend, wie die Litauerin fand.

In terms of the weather, October might not be the best month to visit Vilnius: It rained the whole time I was there. On the other hand, the leaves of the many trees that surround the city provided plenty of colour. A young woman I talked to said that she had long believed that the green, red and yellow of the Lithuanian flag represent the autumn colours on the trees. In fact, they stand for freedom, blood … and sun – which the Lithuanian women thought to be a very questionable representation of Lithuanian weather.

Es gab auch ein paar kleine Kunstwerke in den Straßen von Vilnius zu entdecken. Seit 2013 gibt es dort ein alljährliches Street Art-Festival, bei dem sich auch einige internationale Künstler in der Stadt austoben. Ein paar mir bekannte Namen waren auch dabei: Os Gémenos hatte ich schon in Lissabon gesehen, Millo war mir aus Cascais bekannt.

There were also a few street art gems to discover in Vilnius. Since 2013, the town hosts a yearly street art festival. On these occasions, a few international artists had also left their mark there. Among them were some that I had already come across: I had seen Os Gémenos in Lisbon, and Millo in Cascais.

Trotz des Regens habe ich versucht, so viel von der Stadt zu erkunden, wie ich konnte – auch nachdem ich in eine Pfütze getreten war, mit Rucksack, Kamera und Regenschirm kämpfte, während ich fotografierte, oder plötzlich den oberen Teil meines geliebten Regenschirms in der einen Hand hielt und den unteren Teil in der anderen. Eines Abends jedoch, nachdem ich ein oder zwei Gläser Wein mit Freunden getrunken hatte, kehrte ich in meine Airbnb-Wohnung zurück und entdeckte die fotogene Wand bei meinem Waschbecken. Die Bilder sprechen für sich…

Despite the rain, I tried to explore as much of the city as I could – even after having stepped in a puddle, fighting with arranging backpack, camera and umbrella whilst taking pictures, or suddenly holding the top part of my beloved umbrella in the one hand and the bottom part in the other. One evening, however, after having had a glass of wine or two with some friends, I returned to my airbnb flat and discovered the photogenic wall behind my sink. Enough said…

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Sevilla

Im September waren wir für ein paar Tage in Sevilla, Hauptstadt der spanischen Region Andalusien und Wiege des Flamencos und der Tapas. Sevilla ist außerdem der Schauplatz diverser Opern, unter anderem von Bizets Carmen. Als ich in der ersten Klasse war, hat der Rektor unserer Grundschule diese Oper mit uns aufgeführt – ich war eine der Arbeiterinnen in der Zigarettenfabrik, musste zwei Sätze sagen und habe zwischendurch ins Publikum gewunken. Nun lief ich durch Sevilla und sang leise die Habanera vor mich hin.

In September, we spent a few days in Sevilla, capital of the Spanish region Andalusia and the birthplace of flamenco and tapas. Seville is also the backdrop of various operas, including Bizet’s Carmen. When I was in first grade, the principal of our elementary school performed this opera with us – I was one of the workers in the cigarette factory, had two lines, and waved to the audience from time to time. Now, I walked through Sevilla, signing the Habanera to myself.

Sevilla beherbergt eine der größten Kathedralen der Welt sowie die größte Altstadt Spaniens. Die vielen kleinen, nie gerade laufenden Gassen haben sogar meinen sonst so zuverlässigen Taubensinn durcheinander gebracht. Einmal habe ich es tatsächlich geschafft, einen kompletten Kreis zurück zu unserer Wohnung zu drehen, während ich dachte, dass ich in einer mehr oder weniger geraden Linie auf die Kathedrale zulaufe.

Seville houses one of the largest cathedrals in the world as well as the largest old town in Spain. The many small, twisted streets even disrupted my sense of orientation, which is usually quite reliable. Once I even managed to circle back to our apartment, while I thought I was heading for the cathedral in a more or less straight line.

Neben der Kathedrale liegt der Alcázar, eine Schlossanlage, deren älteste Räume aufwendig im maurischen Stil verziert sind. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist königliche Residenz – sowohl für die spanische Königsfamilie, als auch für den „Prince of Dorne“ aus der TV-Serie Game of Thrones. An unserem ersten Abend in Sevilla hatten wir das Glück, noch Karten für einen Musik-Abend mit dem Flamenco-Trio Alfredo Lagos, Luis Gallo und Jorge Palomo zu ergattern, die auf einer kleinen Bühne mitten im Palastgarten spielten.

Next to the cathedral is the Alcázar, a castle complex whose oldest rooms are decorated in the elaborate Moorish style. This UNESCO World Heritage Site is a royal residence – for the Spanish royal family as well as for the „Prince of Dorne“ from the TV series Game of Thrones. On the first evening, we were lucky enough to get tickets for a concert of the flamenco trio Alfredo Lagos, Luis Gallo and Jorge Palomo, who played on a little stage in the middle of the palace gardens.

An allen Ecken Sevillas sieht man, dass die Architektur stark von den Mauren geprägt wurde. Und auch in den Fächern, in der Spitze der Brautkleider, den Balkonverzierungen und sogar bei den Gartenmöbeln findet man die feinen, schnörkeligen Muster.

Everywhere in town you can see that Seville’s architecture was strongly influenced by the Moors. And also in the fans, in the lace of wedding dresses, the balcony adornments and even the garden furniture, you can find the fine, intricate patterns.

Die Sevillanos sind recht entspannt und heizen mit ihren Autos durch die engen Gassen als wären es breite Alleen. Abends bevölkern sie die vielen kleinen Plazas in der Altstadt, trinken Bier und essen Chips und Chorizos.

The Sevillanos are quite relaxed, racing their cars through the narrow streets as if they were wide avenues. In the evenings, they populate the many small Plazas in the old town, drinking beer and eating chips and chorizos.

In den wenigen Tagen, die wir in Sevilla waren, haben wir uns so richtig die Füße platt gelaufen und waren – teilweise weil wir uns verirrt hatten – wohl mindestens ein mal in jeder der kleinen Gassen. Bei den 34° Celsius, die Mitte September noch in der Stadt herrschten, haben wir es aber auch genossen, einfach mal auf der Dachterrasse zu sitzen, die unsere Airbnb-Wohnung umgeben hat.

In the few days we were in Sevilla, we had walked till our feet hurt. I guess we must have been in each of the small streets at least once – partly because we had gotten lost again. Since the temperatures sometimes ran up to 34 ° Celsius, we also enjoyed simply sitting on the roof terrace, which surrounded our Airbnb apartment.

Frühstück