Veröffentlicht in Portugal, Sintra and surroundings, Strand - Beach

Reprise

Ein paar Wochen bevor auch Samu das Land verlassen musste, habe ich nochmal die Chance ergriffen und bin nach Portugal geflogen. Während des Besuchs haben wir den bisher schönsten Strand Portugals gefunden: den Praia da Ursa.

A few weeks before Samu had to leave Portugal as well, I took the opportunity to fly down once more, see him and say goodbye to our flat in Sintra. During that visit, we found the most beautiful beach in Portugal to date: the Praia da Ursa.

Map Praia da Ursa

Wir hatten uns vorgenommen, vom Praia da Adraga aus an der Küste entlang zu wandern. Ziel war Cabo da Roca – der westlichste Punkt Kontinentaleuropas. Wir ließen den Bus am Strandparkplatz stehen und kraxelten den Anhang hinauf, bis wir oben auf den Klippen standen und auf den Praia da Adraga hinabschauen konnten.

We had planned a hike along the coast, starting at the Praia da Adraga. Our goal was to reach Cabo da Roca, the western-most point of continental Europe. We left our van at the parking and climbed up the slopes until we stood on top of the cliffs overlooking Praia da Adraga.

Ein Pfad führt an den Klippen entlang und nach jeder Kurve wird man mit einer weiteren wunderschönen Aussicht belohnt. In der Ferne konnten wir immer mal wieder den Leuchtturm vom Cabo da Roca erspähen. An einer der vielen fotogenen Stellen trafen wir auf einen Photoshoot für Camping-Ausrüstung – die Bilderbuchfamilie beim Kochen vor ihrem alten, grünen VW-Bus.

A trail runs along the top of the cliff and each bend reveals another stunning view. From time to time, we could see the lighthouse of Cabo da Roca in the distance. At one of these many photogenic locations, we walked into a photoshoot for camping gear – Mom, Dad and the kids cooking in front of their green camper van.

 

Auf ungefähr halbem Weg zum Cabo da Roca versteckt sich der Praia da Ursa. Felspyramiden ragen aus dem türkisblauen Wasser, ein kleiner Bachlauf plätschert auf den Strand zu und der etwas schwierigere Zustieg bedeutet, dass der Strand alles andere als überlaufen ist.

Halfway along the way to Cabo da Roca, you find the Praia da Ursa, a hidden gem of a beach: Rocky pyramids and turquoise sea, flowers, and very few people, due to the somewhat challenging access.

 

Nachdem wir an den Felsen herumgebouldert, im Sand gelegen und uns im kalten Meerwasser abgekühlt hatten (einmal unfreiwillig: Ich wurde beim Fotografieren komplett von einer Welle überrascht…), brachen wir wieder auf. Wir verließen den Strand über einen steilen Zustieg um erneut auf den Rücken der Felsen zu kommen und weiter in Richtung Cabo da Roca zu laufen. Auf dem felsigen Pfad kam uns ein Pärchen entgegen, das sich Schritt für Schritt voran tastete, voll beladen mit Zelt und Schlafsäcken.

After bouldering along the rocks, laying around in the sand and cooling off in the cold sea water (one time without actually planning to do so: One wave got me completely by surprise, while I was taking photos…), we decided to move on. We left the beach in order to climb back up on top of the cliffs and continue to Cabo da Roca. On our way up the rocky path we met a couple heading down, struggling to keep a hold on a tent and sleeping bags.

 

Die Sonne stand bereits tief am Himmel, deswegen beschlossen wir zum Praia da Agraga und unserem Bus zurück zu laufen. Die Sonne war hinter einer Schicht Wolken verschwunden, legte dann aber doch noch einen kurzen Auftritt hin bevor sie dann ganz verschwand.

The sun was already low in the sky, so we decided to head back to Praia Adraga and our van. After having disappeared behind a layer of clouds, the sun decided to make one final appearance before leaving for the night.

Sunset

 

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New Old Home

Also, wo bin ich gelandet, nachdem ich das Flugzeug zurück nach Deutschland genommen habe?

So, where did I go after I got on that plane back to Germany?

Map_Mannheim_Mosbach_Bad-Mergentheim

Ich wohne gerade wieder in Mannheim, der Stadt, wo ich vor unseren Auslandsreisen lange studiert und gearbeitet hatte. Dort und in Heidelberg schaue ich gerade nach einer Wohnung für Samu und mich.

I moved back to Mannheim, the town I lived, worked and studied in before we left for our adventures abroad. I am currently looking for a new flat there and in the nearby town of Heidelberg.

Von Mannheim aus fahre ich unter der Woche jeden Morgen nach Mosbach, einer kleinen Stadt im Odenwald. Der Zug fährt erst auf geradem Wege durch die Rhein-Nackar Ebene nach Heidelberg und folgt dann dem Neckar, der sich hier durch den hügeligen Odenwald schlängelt. Diese Fahrt am Flussufer entlang ist wunderschön, vor allem an kühlen Morgenden im Frühling. Dann sehen die Sonnenstrahlen so aus, als kämen sie frisch aus der Wäsche. Anfang April standen überall Bäume die von oben bis unten von weißen Blüten bedeckt waren; es sah so aus als wären Expolsionen zu Eis erstarrt. Mittlerweile sind die Blüten abgefallen und der Neckar bewegt sich durch ein Meer von Grün, mehr Grün und anderem Grün.

Each morning, I take the train from Mannheim to Mosbach, a little town in a region called „Odenwald“. First, the train cuts straight through the fields to Heidelberg and then starts to follow the bends and turns of the river „Neckar“. This drive along the riverside is very beautiful, especially on those crisp, cool spring mornings, when the sunrays look as though they just got out of the laundry. At the beginning of April, there were trees covered from head to toe in white blossoms everywhere; they looked like frozen explosions. Now, all the blossoms are gone and the river flows through a sea of green, more green and other green.

Das Städtchen Mosbach ist Bilderbuchdeutschland: Fachwerkhäuser, Brunnen und kleine Wasserläufe, die über das Kopfsteinpflaster plätschern. Hier grüßt jeder jeden und im Sommer locken gemütliche Straßencafés zum Verweilen. Abends ist es sehr ruhig und ich laufe oft als einzige in der Dämmerung über dem Marktplatz auf dem Weg zum Bahnhof.

The town of Mosbach is fairy-tale Germany: Half-timbered houses, fountains and little streams of water running over the cobble stones. Everybody greets you here, and during summer nice cafés will lure you to sit down for a while. In the evenings it is very quiet, and in the dusky light I am often the only one walking across the market place on my way to the train station.

Manchmal fahre ich für die Arbeit auch nach Bad Mergentheim, ein Kurort, der mindestens genauso Bilderbuch ist wie Mosbach. Auch Fachwerkhäuser und Brunnen und zudem noch ein schönes Schloss, in dem die Ritter des Deutschordens residierten.

For work, I also sometimes visit the town Bad Mergentheim, a spa town that is at least as much fairytale as Mosbach. Half-timbered houses: Check. Fountains: Check. Plus a beautiful castle that housed the knights of the „Deutschorden“.

Nachdem ich in Lissabon so richtig angefixt wurde, finde ich auch hier ab und zu einige Street Art Werke.

After being hooked in Lisboa, I also find some Street art pieces here from time to time.

Alles in allem geht es mir gut, aber ich muss dennoch zugeben, dass ich unsere kleine Wohnung, Sintra, Lissabon und die Leute in Portugal echt vermisse.

All in all I am doing fine – but I have to admit that I do miss our little flat, Sintra, Lisboa and the people in Portugal!

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Goodbye For Now

Der Tag ist gekommen, wir ziehen demnächst weg und ich werde bereits heute ein Flugzeug betreten, das mich aus Portugal fliegen wird. Es ist ein trauriger Tag, und ich werde wahrscheinlich heulend über die Landebahn laufen, aber ich bin auch gespannt, was die Zukunft für uns bereithält. Ich hoffe, sie wird uns zu Orten bringen, die genauso schön und inspirierend sind wie dieser es war.

The day has come, we are moving away in the near future and I will enter a plane today that will take me away from Portugal. It is a sad day, and I will probably cry my eyes out on the runway, but I am also excited to see what the future has in store for us. I hope it will bring us to places that are just as beautiful and inspiring as this one has been.

Vielen Dank an alle, die dies zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben, vielen Dank unsere Nachbarn hier in Sintra, an unsere Arbeitskollegen, an alle, die wir kennengelernt haben. Vielen Dank an unsere Eltern für ihre immerwährende Unterstützung. Vielen Dank für das Lesen dieses kleinen Blogs, danke für eure Kommentare. Es hat wirklich viel Spaß gemacht, die Gegend zu erkunden und euch davon zu erzählen.

Thank you to everyone who made this a very special experience, thanks to our neighbours here in Sintra, to our colleagues at work, to everyone we have met. Thanks to our parents for their support. Thank you very much for reading this little blog, thank you for your comments and your likes, I really appreaciated all of it. It has truly been a lot of fun to explore the area and tell you all about it.

Ich werde mich demnächst neuen Projekten widmen – sobald ich weiß, was genau diese Projekte sind, lasse ich es euch hier wissen 🙂 Bis dahin: Adeus, Portugal, até breve!

I will be moving on to new projects – as soon as I know what these are exactly, I will let you know here 🙂 Until then: Adeus, Portugal, até breve!

Veröffentlicht in Lisboa, Portugal, Sightseeing, Street Art

Street Art: The Final Chapter

Vor ein paar Wochen bin ich nach Lissabon reingefahren, um ein bestimmtes Street Art Projekt zu fotografieren. Diese großen Werke bedecken die Fassade eines verlassenen Gebäudes an einer der am stärksten frequentierten Straßen der Stadt – und sie waren mehr oder weniger das erste, was ich bei meiner Ankunft in Lissabon gesehen habe, deswegen musste ich sie unbedingt noch festhalten. Das Projecto Crono befindet sich an der Avenida Fontes de Melo und zeigt Arbeiten von den folgenden internationalen Künstlern: Os Gémeos (Brasilien), Blu (Italien), Erica Il Cane (Italien), and Lucy McLauchlan (UK).

A few weeks ago, I drove into Lisbon with the intent to photograph some particular pieces of street art. These large works are on an abandoned building on one of the busiest streets in the city – and they were more or less the first thing I ever saw in Lisbon, so I definitely had to photograph these pieces before leaving. The Projecto Crono on the Avenida Fontes de Melo includes works by the international artists Os Gémeos (Brazil), Blu (Italy), Erica Il Cane (Italy), and Lucy McLauchlan (UK).

Ich habe ausserdem zwei interessante Werke eines weiteren italienischen Künstlers gefunden, Andrea Tarli. Eines der beiden war gerade von drei netten Jungs aus Ungarn „besetzt“, also posierten wir zusammen davor.

I also found two pieces by another Italian artist, Andrea Tarli. One of them was currently „occupied“ by three nice guys from Hungary, so we took a photo together in front of it.

Schließlich habe ich noch diese tollen Werke im Repertoire, die jetzt alle rausgeschossen werden wie beim Abschlusscrescendo eines Feuerwerks. Viel Spaß damit!

Finally, I still have these great works in the repertoire, which I will now bombard you with just like during the final crescendo of a fireworks display. Enjoy!

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Veröffentlicht in Lisboa, Portugal, Sightseeing

Boa Lisboa

In den letzten Wochen und Monaten habe ich Stück für Stück Lissabon besser kennen gelernt – auch wenn es immer noch viele Ecken gibt, die ich kaum oder gar nicht kenne (für eine Übersicht über die verschiedenen Stadtteile, die „bairros“, im Zentrum Lissabons fand ich diese Karte hilfreich).

In the last few weeks and months, I’ve gotten to know Lisbon a little better – even if there are still many corners that I do not know very well (for an overview of the different districts, the „bairros“, in the center of Lisbon, I found this map quite helpful).

Wenn man für ein paar Tage hier ist, besucht man wahrscheinlich erst mal die üblichen Sehenswürdigkeiten. Man landet vermutlich zuallererst im Stadtteil Baixa, also in den Straßen zwischen dem Rossio-Platz und dem prächtigen Praça do Comércio am Tejo-Ufer. Die Shoppingmöglichkeiten, die Calçadas Portuguesas und die schönen Azulejo-betäfelten Häuser ziehen sich den westlichen Hügel hinauf in den schicken Stadtteil Chiado. Nördlich davon schließt sich das Bairro Alto an, kleine enge Gassen mit zahlreichen Bars und Kneipen. Auf dem gegenüberliegenden Hügel liegt das Castelo de São Jorge, umgeben von den schönen Stadtteilen Alfama und Mouraria. Die meisten Touristen werden auch noch einen Abstecher nach Belém machen und den manuelinischen Baustil des Hieronymusklosters und des Torre de Belém bewundern. Einige Besucher werden vielleicht noch den Campo Pequeno entdecken, die Stierkampfarena und Mehrzweckhalle, die ein wenig weiter vom Stadtzentrum entfernt ist.

If you are here for a few days, you will probably visit the usual sights first. You might start in the Baixa district, in the streets between Rossio Square and the splendid Praça do Comércio on the edges of the Tejo river. The shopping facilities, the Calçadas Portuguesas and the beautiful Azulejo-paneled houses continue up the western hill to the chic Chiado district. To the north lies the Bairro Alto, small narrow streets with numerous bars and pubs. On the opposite hill, you will see the Castelo de São Jorge, surrounded by the beautiful neighborhoods of Alfama and Mouraria. Most of the tourists will also make a trip to Belém and admire the Manueline architecture of the Monastery of Jerónimos and the Torre de Belém. Some visitors will perhaps also discover the Campo Pequeno, the bullring arena and multi-purpose hall, which is a little further away from the town center.

Ich möchte hier meine Lieblingsorte in der Stadt festhalten, einige davon in den oben genannten Stadtteilen, einige ein wenig versteckter.

Today, I would like to share my favorite places in the city, some of them in the above-mentioned districts, some a bit more hidden.

Map - Lisboa From Lisbon with Love Favourites

 

Ich würde auf jeden Fall raten, die Stadtteile Alfama und Mouraria unterhalb der São Jorge Burg zu erkunden. Alfama ist der touristischere Teil; hier ist insbesondere der Aussichtspunkt Miradouro de Santa Luzia empfehlenswert. Leider sind einige der Azulejos, die die Mauer der Plattform verzieren, bereits dem Raub zum Opfer gefallen, ein Problem, das ich in diesem Beitrag bereits angesprochen hatte.

I would definitely advise to explore the neighborhoods of Alfama and Mouraria below the São Jorge castle. Alfama is the more touristy of the two; the Miradouro de Santa Luzia is particularly worth a visit. Unfortunately, some of the Azulejos decorating the wall of the platform have already fallen victim to robbery, a problem that I have already mentioned in this article.

Der andere Stadtteil zu Fußen der Burg heißt Mouraria. Hier sind die Straßen noch enger und verwundener als in Alfama, ein kleines Labyrinth in dem man viel entdecken kann. Wie ich bereits in diesem Beitrag beschrieben hatte, gilt Mouraria als Geburtsort des Fado in Lissabon. Diesem Erbe wird viel gedacht, zum Beispiel mit Portraits wichtiger Fado-Künstler in der Rua do Capelão und den kleinen Becos, die von dieser Gasse abgehen.

The other district at the foot of the castle is called Mouraria. Here, the streets are even narrower than in Alfama, a small labyrinth where you can discover a lot. As I already described in this post, Mouraria is the birthplace of Fado in Lisbon. There are several places in the neighbourhood that commemorate this heritage, for example with portraits of important Fado artists in the Rua do Capelão and the surrounding small Becos.

Generell rate ich auf jeden Fall, so viele Miradouros wie möglich aufzusuchen. Von diesen, auf den diversen Hügeln gelegenen Aussichtspunkten, bieten sich immer wieder neue, spektakuläre Blicke auf die Stadt und den Tejo. Zwei Miradouros, die ich besonders mag und auf die man als Tourist möglicherweise nicht direkt stößt, sind zum einen der Jardim do Torel und das Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen im Stadtteil Graça.

In general, I strongly advise to visit as many Miradouros as possible. Each of these viewpoints on Lisbon’s various hills will offer you new and spectacular views of the city and the Tejo. Two Miradouros, which I particularly like and which a tourist may not discover directly, are the Jardim do Torel on the one hand, and the Miradouro Sophia de Mello Breyner Andresen in the district Graça.

Meine anderen Tipps liegen alle ein wenig weiter vom Stadtzentrum entfernt. Von der LX Factory und dem Underground Village hatte ich ja bereits in diesem Beitrag erzählt. Der Jardim do Príncipe Real ist eine kleine Oase in der Nähe des Bairro Alto. Werft auch auf jeden Fall einen Blick in die Embaixada, ein neo-arabischer Palast auf der anderen Seite der Straße, der nun ein paar exklusive Läden beherbergt. Im Stadtteil Intendente gibt es entlang des Largo do Intendente Pina Manique nette Cafés und im Little India in der Rua Benformoso werben die Friseure gleichzeitig mit Bildern von Ronaldo und Shah Rukh Khan. Ansonsten gilt natürlich: so viel von der tollen Street Art sehen wie möglich!

My other recommendations lie a bit farther away from the city center. I have already talked about the LX Factory and the Village Underground in this post. The Jardim do Príncipe Real is a small oasis near the Bairro Alto. When you are there, be sure to pop into the Embaixada on the other side of the road, a neo-arab palace from the 19th century now housing some nice shops. In the district of Intendente there are some cute cafés along the small plaza Largo do Intendente Pina Manique, and in Little India in the Rua Benformoso the hairdressers advertise their services using pictures of Ronaldo as well as of Shah Rukh Khan. Other than that there is only one rule: Soak in as much of the great street art as possible!

Wenn man bedenkt, dass es gerade sehr viele Baustellen in Lissabon gibt, kann man davon ausgehen, dass die Stadt in ein paar Jahren noch schöner sein wird.

Keeping in mind, that there are improvements going on everywhere in Lisbon, I am sure that in a few years time, it will be even more beautiful.

Stück für Stück wird Lissabon verbessert
This sign put up by the municipal government at a building site says more or less „Step by step, Lisbon improves“ – only it rhymes and sounds better 🙂

Was ich auf jeden Fall vermissen werde, ist zum einen die Internationaliät und zum anderen die Lissabonner Entspanntheit und Friedlichkeit. In all den Monaten hier, habe ich nie jemanden schreien hören, war nie jemand in irgendeiner Art aggressiv. Nicht in den Straßen der Stadt und auch nicht in der Bahn, die durch die Vororte fährt. Man wird nicht angemeckert, wenn man mit seinem Fahrrad zu viel Platz auf dem Gehweg einnimmt, oder wenn man gerade auf der Straße rumspringt um ein Foto zu schießen. Von diesem „leben und leben lassen“ können sich andere europäische Nationen auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden.

What I will definitely miss is Lisbon’s internationality on the one hand, and on the other hand, the relaxed and peaceful attitude of the Lisbon people. In all the months I have been here, I’ve never heard anyone shout, no one was aggressive in any way. Not in the streets of the city and also not in the train that passes through the suburbs. You will not be scolded if you and your bike take up too much space on the walkway, or if you are standing in the middle of the street to take a photo. I think that a lot of other European nations could benefit by adopting a little of this „live and let live“ attitude.

Lisboa_2

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Palácio de Monserrate

Wir haben endlich den Palácio de Monserrate besucht. Bisher haben wir den Palast, der etwas außerhalb von Sintra liegt, nur aus der Ferne gesehen, aus dem Auto heraus oder bei unseren Radtouren. Am Samstag lugte die Sonne hinter den Wolken hervor, also haben uns auf die Räder geschwungen und sind zum Palast geradelt. Am Tag davor hatte es geregnet, deswegen war die Sicht unheimlich klar und die Luft war voller Eukalyptus und Jasmin.

We finally visited the Palácio de Monserrate, a palace which is located just outside Sintra. So far, we have seen the palace only from afar, out of the car or on one of our bike tours. On Saturday, the sun peered out from behind the clouds, so we jumped onto our bikes and made our way to the palace. It had rained the day before, so the view was crystal clear and the air was full of eucalyptus and jasmine.

Palácio de Monserrate_Map

Der Palast ist umgeben von einem hügeligen Park, unzählige Wege schlängeln sich durch das Grün, vorbei an romantischen Ruinen, Wasserfällen und Grotten. Im Garten wurden diverse exotische Pflanzen aus verschiedenen Ländern und Klimazonen angesiedelt. Besonders gut hat uns der mexikanische Garten gefallen, wo wir bestimmt eine halbe Stunde damit verbracht haben, strukturell interessante Pflanzen zu fotografieren – sehr zum Unverständnis anderer Besucher.

The palace is surrounded by a hilly park, countless paths wind their way through the greenery, past romantic ruins, waterfalls and grottoes. In the garden, various exotic plants from different countries and climate zones are cultivated. We especially liked the Mexican garden, where we spent half an hour photographing interesting patterns in the plants, a fascination which the other visitors seemingly found a bit mystifying.

Der Palácio de Monserrate ist ein romantischer Palast mit gotischen, maurischen und indischen Einflüssen. Die aufwendig geschnitzten Türbögen, reichen Wand- und Deckenverzierungen erinnerten mich in ihrer Filigranität und ihren Motiven oft an das Taj Mahal. Sir Francis Cook, ein englischer Textilmillionär und Kunstsammler, kaufte im Jahr 1856 das Gelände als Sommerresidenz für seine Familie und ließ Haus und Park umbauen und renovieren. Alte Fotografien und Zeichnungen des Palastes findet ihr auf dieser (portugiesischen) Seite.

The Palácio de Monserrate is a romantic palace with Gothic, Moorish and Indian influences. The intricately carved door arches, rich wall and ceiling decorations, often reminded me of the Taj Mahal. Sir Francis Cook, an English textile millionaire and collector of art, bought the site as a summer residence for his family in 1856 and had the house and park rebuilt and renovated. You can find old photographs and drawings of the palace on this (Portuguese) page.

Der Staat kaufte das Gelände im Jahr 1949, die Renovierungen begannen aber erst im Jahr 2000. Der Palast hatte aufgrund dieser langen Vernachlässigung schwere Schäden durch eintretendes Wasser genommen, so dass die Restauration mehrere Jahre in Anspruch nahm. Die meisten der Möbel, Kronleuchter und Kunstwerke sind verschwunden, so dass mich einige der leeren Räume an die Wohnungsanzeigen erinnerten, die ich gerade mal wieder studiere. Aber auch ohne Mobiliar ist dieser Palast eine Kreation aus einem Märchen und man kann den Fotoapparat kaum beiseite tun.

The state bought the site in 1949, but the renovations only started in 2000. Due to the long neglect, the palace had suffered serious damage due to water, so the restoration took several years. Most of the furniture, chandeliers and works of art have disappeared, so some of the empty rooms reminded me of the apartment listings I am currently studying. But even without furniture, this palace is a creation from a fairy tale and you can hardly put the camera down.

Nach drei Stunden Entdeckungsreise in Park und Palast feierten wir diesen schönen Samstag noch mit heißer Schokolade und leckerem Pão de Deus in der Caféteria.

After three hours of discovering park and palace, we celebrated this beautiful Saturday with hot chocolate and delicious pão de deus in the caféteria.

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Poesia de Portugal

Vor ein paar Monaten habe ich mir bei einem Bücherflohmarkt einen Gedichtband gekauft: Werke von fünf verschiedenen portugiesischen Dichtern, auf der einen Seite das portugiesische Original, auf der anderen die englische Übersetzung – perfekt!

A few months ago, I bought a book of poetry at a book flea market. It contains works from five different Portuguese poets, displaying the Portuguese original on the one page and the  English translation on the other – perfect!

Auf diese Weise kann ich einen kleinen Einblick in portugiesische Lyrik bekommen. Denn diese scheint für viele Portugiesen sehr wichtig zu sein. Unterwegs in den Straßen Portugals, stößt man oft auf Gedichte an Mauern oder Tafeln, sei es an “auserlesenen” Plätzen wie im Park des Palácio da Pena, oder aber einfach an der Wand der Bahnunterführung in Sintra, mal von offizieller Seite aus angebracht, mal mit dem Edding oder der Spraydose verewigt. In einem kleinen Ort nördlich von Sintra, Gouveia, wurden all die weißgetünchten Gartenmauern des Dorfes in großen blauen Lettern mit Gedichten beschrieben.

This way, I can get a little insight into Portuguese poetry, which seems to be of some importance for many Portuguese. In the streets of Portugal, you often find poems on walls or plaques, you can find them in special places such as in the park of the Palácio da Pena,  as well as in mundane ones like the wall underneath the Sintra railway station. Sometimes, these poems have been affixed officially, sometimes they have been scribbled with an Edding. In a small village north of Sintra, Gouveia, all of the white garden walls carry poems painted on in big blue letters.

Ein besonderer Liebling der Portugiesen ist der moderne Dichter und Schriftsteller Fernando Pessoa (1888 – 1935). Er ist der erste, der genannt wird, wenn ich mich mit Portugiesen über Lyrik unterhalte. Stars aus der portgiesischen Musikszene wie Zeca Afonso und Camané haben einige seiner Gedichte vertont. Zusammen mit anderen portugiesischen Größen aus der Geschichte begrüßt er die Touristen in der Metrohaltestelle des Lissabonner Flughafens und es gibt allerhand Merchandising Artikel, zum Beispiel Postkarten, Magnete und T-Shirts, die sein Konterfei tragen.

A particular favorite amongst the Portuguese is the modern poet and writer Fernando Pessoa (1888 – 1935). He is the first to be named whenever I am talking with someone about Portuguese poetry. Stars of the Portuguese music scene like Zeca Afonso and Camané have used some of his poems in their songs. Together with other Portuguese heroes, he welcomes the tourists at the metro station of Lisbon airport, and there are all kinds of merchandising articles, for example postcards, magnets, and t-shirts, that carry his portrait.

Der wichtigste aller portugiesischer Dichter ist jedoch Luís de Camões (ca.1525 – 1580), der Nationaldichter Portugals. Seine Werke waren maßgebend für das Selbstverständnis der Nation, sein Todestag am 10. Juni ist zum portugiesischen Nationalfeiertag erklärt worden.

The most important of all Portuguese poets, however, is Luís de Camões (ca.1525 – 1580). His works deeply shaped and influenced the sense of self of the nation; the day of his death, the 10 June, has been declared the national holiday of Portugal.

Als sein wichtigstes Werk gilt das Nationalgedicht “Die Lusiaden” (Os Lusíadas), ein massiver Opus von insgesamt 1102 Strophen. Das Werk hat seine Bedeutung bis heute beibehalten und man findet oft Zitate daraus, wenn man sich in den Straßen Portugals bewegt. An einer Wand in Lissabon, in der Nähe des Tejo, haben Streetart Künstler dieses epische Gedicht in zehn Bildern verewigt – ein Bild für jeden Akt (Canto). Die bemalte Mauer liegt an der Avenida da India – passt also perfekt, denn das Gedicht begleitet den Entdecker und Nationalhelden Vasco da Gama auf seiner Reise nach Indien. Es besingt die mythologischen Wurzeln des portugiesischen Volkes, erklärt, inwiefern sich die Portugiesen von den anderen europäischen Völkern unterscheiden, und spricht über diverse spannende Ereignisse in der Geschichte des Landes.

His most important work is the national poem „The Lusiads“ (Os Lusíadas), a massive work of 1102 verses. The poem retains its importance until today and quotations from it can be seen often when moving around in Portugal. On a wall in Lisbon, near the Tejo, streetart artists have immortalized this epic poem in ten images – one image for each part (canto) of the poem. The painted wall is located on the Avenida da India – which fits perfectly, since the poem accompanies the discoverer and national hero Vasco da Gama on his journey to India. The poem talks about the mythological roots of the Portuguese people, explains how the Portuguese differ from other European nations, and retells various exciting stories from the country’s history.

Ich wollte verstehen, was genau in dem Graffiti dargestellt wird und worum es in diesem Gedicht geht, das so wichtig für die Portugiesen zu sein scheint. Also las ich ein wenig in und über die Lusiaden um die Bilder zu entschlüsseln. Im Folgenden findet ihr meine Zusammenfassungen der zehn Cantos. Wenn ihr nicht alles lesen wollt, empfehle ich, einfach nur den Text von Canto III zu lesen. Hier geht es um eine wunderschöntraurige Liebesgeschichte, die, wie ich finde, sehr passend in dem Graffiti eingefangen wurde.

I wanted to understand exactly what is portrayed in the graffiti and what this poem, which seems to be so important to the Portuguese, is all about. So I read a little in and about the Lusiads to decrypt the pictures. In the following, you will find my summaries of the ten cantos. If you do not want to read everything, I recommend simply reading the text of Canto III. It is about a wonderfully sad love story, which, in my opinion, has been perfectly captured in the graffiti.

01_Canto_I
Canto I – Luís Vaz de Camões.

Canto I – Luís Vaz de Camões. Wir begegnen Vasco da Gamas Reise in media res, als er und seine Schiffe bereits das Kap der Guten Hoffnung umrundet haben. Das Graffiti zeigt den Dichter selbst – der hatte übrigens in einer Schlacht gegen die Mauren sein rechtes Auge verloren.

Canto I – Luís Vaz de Camões. We encounter Vasco da Gama’s voyage in medias res as he and his ships have already rounded the Cape of Good Hope. The street art piece shows the poet himself – who by the way had lost his right eye during a battle against the Moors.

02_Canto_II
Canto II – Consílio dos Deuses

Canto II – Consílio dos Deuses (Rat der Götter). In diesem Akt werden unter anderem die Götter besungen, die den Fortschritt von da Gama beobachten. Bacchus, der den Osten repräsentiert, ist verärgert über den Eingriff in sein Territorium. Venus versucht die Portugiesen ihm gegenüber zu verteidigen.

Canto II – Consílio dos Deuses (Council of the Gods). This part describes the Gods, who are watching the progress of da Gama. Bacchus, who represents the East, resents the encroachment on his territory. Venus tries to interfere on behalf of the Portuguese.

03_Canto_III
Canto III – Pedro e Inês.

Canto III – Pedro e Inês. Vasco da Gama beginnt damit, die Geschichte von Portugal und seine Ursprungsmythen zu erzählen. Eine der Geschichten, die er vorträgt, ist die der verbotenen Liebe zwischen dem Prinzen Pedro und Inês de Castro, einer der Kammerdienerinnen der Frau des Prinzen. König Afonso IV., Pedros Vater, der diese Beziehung stark ablehnte, gab den Mord von Inês in Auftrag. Von Trauer und Wut angetrieben, initiierte Pedro einen Aufstand gegen den König. Als er zwei Jahre später den Thron einnahm, befahl Pedro die Verhaftung von Inês‘ Mördern und ließ ihre Herzen herausreissen. Den Leichnam seiner geliebten Inês ließ Pedro im Kloster Alcobaça beisetzen, wo sie nun beide, Seite an Seite, begraben liegen.

Canto III – Pedro e Inês. Vasco da Gama begins to narrate the history and origin myths of Portugal. One of the stories he tells is the tale of forbidden love between prince Pedro and Inês de Castro, lady-in-waiting to the prince’s wife. King Afonso IV, Pedro’s father, who strongly opposed the relationship, ordered Inês to be murdered. Deranged by pain, Pedro led an uprising against the King and would never forgive his father for murdering his lover. When he took the crown two years later, Pedro ordered the arrest and execution of Inês’ murderers by ripping their hearts out. Pedro laid the body of his beloved Inês to rest in the Alcobaça Monastery, where they are now buried together, side by side.

04_Canto_IV
Canto IV – O Velho do Restelo

Canto IV – O Velho do Restelo. Vasco da Gama setzt seine Erzählungen der portugiesischen Geschichte fort und erinnert sich schießlich an den Tag der Abreise seiner Flotte aus Lissabon. Ein alter Mann (genannt „Der alte Mann von Restelo“) hatte die Insassen der Schiffe vor der Fahrt gewarnt und ihnen verhießen, dass sie eine Katastrophe für sich und für das portugiesische Volk heraufbeschwören würden. Im Hintergrund des Kunstwerks kann man Lissabon und das Castelo de São Jorge sehen.

Canto IV – O velho do Restelo. Da Gama continues his retelling of the Portuguese history until his story reaches the day of departure of the fleet from Lisbon. An old man (called „The Old Man of Restelo“) had warned the occupants of the ships about the journey ahead, telling them that they seek disaster for themselves and for the people of Portugal. In the background of the art piece, you can see Lisbon and the Castelo de São Jorge.

05_Canto_V
Canto V – O Adamastor

Canto V – O Adamastor. Die Reise geht weiter und das Schiff begegnet vielen Gefahren, darunter das Monster „der Adamastor“ – und Skorbut.

Canto V – O Adamastor. The journey continues and the ship encounters many dangers, among them monster „the Adamastor“ – and scurvy.

06_Canto_VI
Canto VI – A Tempestade.

Canto VI – A Tempestade. Als Bacchus sieht, dass die Portugiesen Indien fast erreicht haben, bittet er Neptun um Hilfe. Die Seegötter beschließen, Bacchus zu unterstützen und kräftige Winde zu entfesseln, um die Armada zu versenken. Abermals schaltet sich Venus ein und rettet die Portugiesen. Sie entsendet die Nymphen, welche die Winde verführen und sie beruhigen.

Canto VI – A Tempestade. Bacchus, seeing that the Portuguese are about to arrive in India, asks Neptune for help, who convenes a Council of Sea Gods. The Sea Gods decide to support Bacchus and unleash powerful winds to sink the armada. Once more, the sailors are saved by Venus, who sends the nymphs to seduce the winds and calm them down.

07_Canto_VII
Canto VII – A frota chega a Calicut.

Canto VII – A frota chega a Calicut. Die Flotte kommt in Calicut an. Ein Gouverneur und Beamter des Königs, genannt „Der Catual“, besucht die Flotte.

Canto VII – A frota chega a Calicut. The fleet arrives in Calicut. A governor and official of the king, called the Catual, visits the fleet.

08_Canto_VIII
Canto VIII: Viriato

Canto VIII: Der Catual lässt sich wichtige Episoden der portugiesischen Geschichte erzählen. Das Graffiti zeigt den Hirten Viriathus, der zu einem der wichtigsten Anführer der Lusitaner (die Ahnen der Portugiesen) gegen die Römer aufstieg und wird als einer der ersten portugiesischen Nationalhelden gehandhabt.

Canto VIII: The Catual asks da Gama to tell him important episodes of the Portuguese history. The graffiti shows the shepherd Viriathus, who became one of the  Lusitanians‘ most important leaders against the Romans and is considered one of the first Portuguese national heroes.

09_Canto_IX
Canto IX – Ilha dos Amores

Canto IX – Ilha dos Amores. Nach diversen Intrigen und der Überwindung einiger Schwierigkeiten verlassen die Portugiesen Calicut und treten die Rückreise an. Venus beschließt, eine Belohnung für die Matrosen vorzubereiten, und lenkt die Flotte in Richtung der Insel der Liebe. Sie schickt ihren Sohn Amor, um Pfeile der Liebe an den Nymphen zu feuern, damit diese sich in die portugiesischen Seeleute verlieben.

Canto IX – Ilha dos Amores. After overcoming some intrigues and difficulties, the Portuguese leave Calicut and begin the return trip home. Venus decides to prepare a reward for the sailors, and steers the ships towards the Isle of Love. She sends her son Cupid to fire arrows of love at the nymphs to make them fall madly in love with the Portuguese sailors.

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Canto X – Machina mundi: Das Ende ist ziemlich abgedreht. Nach einem Fest auf der Insel der Liebe erzählt da Gamas neue Geliebte Tethys ihm einige Prophezeiungen über die Zukunft des portugiesischen Volkes. Danach zeigt sie ihm, wie das Universum funktioniert. Da damals noch das geozentrische, ptolemäische Weltbild herrschte, beschreibt Camões die Schönheit der durchsichtigen Sphären, welche die Planeten und die Sonne tragen. Das Graffiti zeigt die Machina mundi sowie Camões, der um sein eigenes Werk der Schöpfung kämpft: Fast hätte er nämlich das Manskript verloren, als er auf der Rückreise von Goa nach Macao am Mekong Schiffbruch erlitt.

Canto X – Machina mundi: In the end, things get really trippy. After a feast on the Isle of Love, da Gama’s new lover Tethys tells him some prophecies about the future of the Portuguese people. After this, she invites him to see how the universe works. Since at that time, the universe was perceived as the geocentric, Ptolemaic system, Camões describes the beauty of the transparent spheres, which carry the planets and the sun. The graffiti shows the machina mundi and Camões fighting for his own work of creation: On a return journey from Goa to Macao he suffered a shipwreck, but he was able to save the manuscript of his epic poem.