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Mannheim

Ein wunderschöner Sommer geht gerade in Mannheim zuende, deswegen dachte ich, dass ich euch hier mal meine Lieblingsplätze in dieser Stadt verrate, in der ich – mit Unterbrechungen – seit 2001 lebe. Für alle, die Mannheim nicht einordnen können: Die Stadt liegt im Norden von Baden-Württemberg, zwischen den Flüssen Rhein und Neckar und in der Nähe des Touristenstädtchens Heidelberg.

A beautiful summer is just coming to a close in Mannheim. So I thought that I’d take this opportunity to share my favorite hangouts in this city, in which I have lived – with some interruptions – since 2001. Mannheim is located in southwestern Germany in the federal state of Baden-Wuerttemberg, between the rivers Rhine and Neckar and near the tourist town of Heidelberg.

Map_Mannheim

In Mannheims Innenstadt trifft man oft auf ratlose, suchende Gesichter, denn: Es gibt hier keine Straßennamen. Stattdessen halten Besucher nach Adressen wie A3 oder P7 Ausschau. Im Jahr 1606 beauftragte Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz den holländischen Festungsarchitekten Bartel Janson mit dem Bau dieser Planstadt, die aus parallelen, sich rechtwinklig kreuzenden Straßen und gleichförmigen Blöcken besteht. Die Quadratestadt war geboren.

In Mannheim’s city center, one often encounters perplexed, searching faces, because: There are no street names here. Instead, visitors look for addresses like A3 or P7. In 1606, Elector Friedrich IV von der Pfalz commissioned the Dutch fortress architect Bartel Janson with the construction of this planned city, which consists of parallel, perpendicular intersecting streets and uniform blocks. This is why Mannheim is also called the „Quadratestadt“ (square city).

Wegen diverser Bausünden aus den 50ern und 60ern ist Mannheim keine offensichtliche Schönheit. Cris Cosmo beschreibt es in seinem Lied „In Mannheim weint man zweimal„: Wenn man Mannheim zum ersten mal sieht, kann man die Stadt vielleicht nicht besonders schätzen, aber wenn man bleibt, offenbaren sich die schönen und spannenden Seiten Mannheims, so dass man beim Abschied auch wieder weinen muss.

Because of its many buildings from the 50s and 60s, Mannheim is not an obvious beauty. Cris Cosmo describes it in his song „In Mannheim weint man zweimal„(In Mannheim you cry twice): If you see Mannheim for the first time, you may not appreciate the city, but if you stay, you get to know the beautiful and exciting sides of Mannheim, so that you have to cry again when it is time to say goodbye.

Grund für die Bausünden war eine starke Bombardierung Mannheims während des Zweiten Weltkriegs. Nur einige der schönen Jugendstilhäuser haben überlebt. Eines der architektonischen Opfer war das Nationaltheater, in dem Schiller im Jahr 1782 sein Stück „Die Räuber“ uraufführte. Auch das Mannheimer Schloss wurde stark beschädigt. Der Legende nach entschied eine einzelne Stimme die Frage, ob das Schloss wieder aufgebaut werden soll oder nicht.

The reason for its diminished beauty was a strong bombing of Mannheim during the Second World War. Only some of the beautiful Art Nouveau buildings survived. One of the architectural victims was the National Theater, in which Schiller premiered his play „The Robbers“ in 1782. The Mannheim Palace was also badly damaged. Legend has it that a single vote decided the question of whether the castle should be rebuilt or not.

 

 

Sehenswürdigkeiten/Things to do and see

Glücklicherweise entschied sich diese eine Stimme für den Wiederaufbau und so kam es, dass die Universität im Jahr 1967 im Mannheimer Schloss ihren Platz und ich in 2001 ein Stück Heimat fand. 1720 bis 1760 erbaut, ist es nach Versailles die größte geschlossene Barockanlage Europas und durch meine zwei Studiengänge und diverse Jobs an der Uni habe ich viele Winkel des Schlosses – und sogar die darunter liegenden Katakomben – kennenlernen können. Im Mittelbau befindet sich ein Museum, in dem man das Leben des Mannheimer Adels nachvollziehen oder auch standesamtlich heiraten kann.

Fortunately, this one vote decided in favor of rebuilding it, and so it happened that in 1967 the university opened in Mannheim Palace. In 2001, it became my Alma Mater and, eventually, a piece of home for me. Built between 1720 and 1760, it is the largest closed Baroque complex in Europe after Versailles, and thanks to my two degree programs and various jobs at the university, I have been able to get to know many corners of the palace – and even the catacombs below it. The middle part hosts a museum in which you can retrace the life of Mannheim’s nobility or even have your civil wedding ceremony.

Das Wahrzeichen Mannheims ist der Wasserturm und ich empfehle jedem sich an einem Sommerwochenende für eine Stunde in den dortigen Park zu setzen und das Fotoshooting einer türkischen Hochzeit zu beobachten – Kino pur.

Mannheim’s landmark is the water tower and I can recommend sitting in the park for an hour on a summer weekend and watching the photo shoot of a Turkish wedding – pure cinema.

 

 

Noch mehr Lebenskino gibt es in den G- und H-Quadraten hinter dem Marktplatz, auch „Dönermeile“ oder „Little Istanbul“ genannt. Hier tobt das Leben und es gibt die leckerste Linsensuppe, Bäckereien mit haufenweise Baklava, spektakuläre türkische Brautkleider und Schaufenster voller buntem Krimskrams.

There is even more real life cinema in the G and H squares, also called „Dönermeile“ or „Little Istanbul“. Life is raging here and you can find the tastiest lentil soup, bakeries with heaps of Baklava, spectacular Turkish wedding dresses and shop windows full of colourful trinkets.

 

 

Die für Mannheim typischen extrem heißen Sommertage verbringen wir gerne am Stollenwörthweier (kurz „Stollen“), einem Badesee im Süden Mannheims. Am besten fährt man mit dem Fahrrad am Rhein entlang und durch den schattigen Waldpark um dorthin zu kommen.

Mannheim’s infamous hot summer days are best spent at the Stollenwörthweier („Stollen“ for short), a small lake in the south of Mannheim. The best way to get there is to go by bike along the Rhine and through the shady Waldpark.

 

 

Kulinarisches/For your taste buds

Besonders an lauen Sommerabenden lohnt sich ein Besuch bei den Rheinterassen. Dort bekommt man neben gutem Wein und leckeren Speisen (wenn auch nicht ganz günstig) einen schönen Ausblick auf den Rhein und die Lichter auf der anderen Flußseite. Gute Portionen für wenig Geld und interessante Leute findet man im Café Vienna. Die besten Croissants und den leckersten Kuchen gibt es übrigens im Café Meerwiesen, das praktischerweise direkt bei uns um die Ecke ist – wir können vom Balkon aus checken, ob es noch Plätze in der Sonne gibt.

Especially on balmy summer evenings, I can recommend a visit to the Rheinterassen. Next to good wine and delicious food (albeit not very cheap), you can enjoy a beautiful view of the Rhine and the lights on the other side of the river. Good portions for little money and interesting people can be found in the Café Vienna. The best croissants and the most delicious cakes are available in the Café Meerwiesen, which is conveniently located just around the corner from our flat – we can check from our balcony if there are still seats in the sun available.

 

 

Kultur/For your entertainment

Kulturell hat Mannheim, mit seiner Popakademie, der Musikhochschule, der Kunsthalle, dem Nationaltheater, diversen Festivals und Straßenfesten einiges zu bieten. Wir freuen uns zum Beispiel jedes Jahr auf das Internationale Filmfestival, frequentieren gerne die Programmkinos Odeon und Atlantis und die OV-Vorstellungen in den Mainstreamkinos, und lassen uns über den Nachtwandel oder das Schlossfest treiben. Auch in Sachen Streetart gibt es etwas zu sehen (Lissabon hat da aber klar die Nase vorn). Durch das Projekt Stadt.Wand.Kunst entstehen seit 2014 murals, die zum ersten frei zugänglichen Museum für Fassadenkunst in Baden-Württemberg, der OPEN URBAN ART GALLERY MANNHEIM, beitragen. Auch kleinere Initiativen wie das MyType Festival sorgen für interessante Werke.

Mannheim has a lot to offer culturally, with its Popakademie, the Musikhochschule, the Kunsthalle, the Nationaltheater, and various festivals. Every year, for example, we look forward to the International Film Festival, we like to frequent the Odeon and Atlantis art house movie theaters and the OV-movies in the big cinemas, and enjoy to stroll along the Nachtwandel or the Schlossfest. Also in terms of street art, there is something to see (but Lisbon is clearly ahead). The Stadt.Wand.Kunst project has been creating murals since 2014, contributing to the first open-access Museum of Facade Art in Baden-Wuerttemberg, the OPEN URBAN ART GALLERY MANNHEIM. There are also smaller initiatives, such as the MyType Festival, which provide interesting works.

 

 

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Mallorca

Lange nichts mehr von mir gehört, gell? Das liegt teilweise an meinem neuen Großprojekt:

Long time no blog, I know! Partly, this is due to my new project:

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Außerdem haben wir uns in den letzten Monaten ein wenig in der Arbeit vergraben. Im Juni hatten wir jedoch tatsächlich mal sechs Tage Urlaub zusammen – hooray! Wir wollten beide mal raus und beschlossen, für dreieinhalb Tage nach Mallorca zu fliegen. Bei unserem letzten (und ersten) Ausflug auf die Insel vor zehn Jahren hatten wir diesen vielseitigen Ort sehr genossen. Auch ist Mallorca DIE Destination für Deep Water Soloing (= Klettern ohne Seil direkt über dem Meer an Stellen, wo das Wasser tief genug ist, um sicher einen Sturz aufzufangen – dieses Video gibt einen ersten Eindruck von DWS auf Mallorca).

Also, over the last few months, we had buried ourselves in work a bit. In June, however, we actually took six days of holidays together – hooray! We both wanted to see something else for a change, so we decided to fly to Mallorca for three and a half days. On our last (and first) trip to the island ten years ago, we had thoroughly enjoyed this versatile place. Also, Mallorca is THE destination for deep water soloing (=climbing without a rope directly above the sea where the water is deep enough to savely catch a fall – you can check out this video for a first impression).

Map

Der Start war recht durchwachsen (Buchung der Flüge war eine Herausforderung (niemals opodo!), ebenso wie das Buchen eines Autos (nie clickrent!) und als unser Abendflug mit zwei Stunden Verspätung in Palma ankam, hatten bereits alle Supermärkte geschlossen  – und wir waren hungrig), aber ab da ging es wieder steil bergauf und am Ende hatten wir drei wundervolle Tage auf der Insel.

Nach einem starken Morgenkaffee in der Altstadt von Manacor (wo die Tasse versprach, dass wir heute Glück haben würden) und einem Ausflug in den Supermarkt sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Frisch gestärkt fuhren wir zum Dorf Santanyí, um dort die Deep Water Solo Spots anzuschauen.

The start was a bit rocky (booking the flights was a challenge (never use opodo!), as was booking a car (never use clickrent!), and then our evening flight was two hours late, so all supermarkets were closed by the time we arrived in Palma – and we were hungry), but things improved from thereon out, and in the end we had a wonderful few days on the island.

After a strong morning coffee in the old city center of Manacor (where the cup predicted that we would be lucky today), and a trip to the supermarket, things were definitely looking up. We drove to the village of Santanyí in order to check out the deep water solo spots over there.

Am nächsten Tag besuchten wir zuerst Cala Varques (wo das oben verlinkte DWS-Video gedreht wurde). Nach einer langen Wanderung vom Parkplatz durch die heiße Sonne erreichten wir endlich diese Bilderbuch-Bucht mit ihrem türkisfarbenen Wasser, weißen Sand und Klippen auf der linken Seite – der Strand war aber natürlich kein Geheimnis mehr und war somit ziemlich voll.

The next day, we visited Cala Varques (where the dws-video I linked on above was filmed). After a long walk from the parking through the hot sun, we finally arrived at this picture-perfect bay with its turquoise water, white sand and cliffs on the left-hand side – but since the beauty of this beach is no secret it was very crowded.

Wir entschieden uns dafür, noch eine weitere Bucht aufzusuchen und fuhren weiter nach Cala Sa Nau. Der Strand leerte sich bereits als wir ankamen, doch ein verlockender Geruch zog uns erst mal in das wunderschöne Strandrestaurant, wo wir den besten Ziegenkäsesalat der Welt aßen. Im Licht der untergehenden Sonne wanderten wir entlang der Klippen um uns noch die DWS Spots anzusehen.

We decided to check out another bay and drove on to Cala Sa Nau. This beach was already emptying when we got there, and a tantalising smell lured us into its beautiful beach restaurant, where we ate the world’s best goat cheese salad. In the light of the setting sun, we walked along the cliffs to check out the dws spots.

Während unseres Kurztrips sind wir übrigens in einer schönen Finca in der Nähe von Manacor (Finca Fair) untergekommen, von wo aus man alle Kletter- und DWS-Spots an der Ostküste der Insel erreichen kann. Ray, der Besitzer, ist mit Herzblut bei der Finca und seinem Shambala-Projekt und er diskutiert gerne über Nachhaltigkeit, Konsum und Politik.

By the way: during our trip, we stayed a a beautiful finca near Manacor (Finca Fair), from where you can reach all the climbing and dws spots on the Eastern coast of the island. Ray, the owner, pours his heart and soul into this place, his Shambala project and he will happily discuss sustainability, consumerism, and politics with you.

 

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Way back when: Margalef

Den größten Teil unserer Reise in 2015 haben wir in Katalonien und dort vor allem in unseren zwei Lieblingsklettergebieten verbracht: Siurana und Margalef. Nachdem uns das Wetter im Februar nach Chulilla getrieben hatte, kehrten wir im März wieder zurück nach Margalef.

Most of our trip in 2015 was spent in Catalonia and, above all, in our two favorite climbing areas: Siurana and Margalef. After the weather had driven us to Chulilla in February, we returned to Margalef in March.

Map_Margalef

Margalef ist ein echtes Kletterdorf, was sich schon durch die vielen Aufkleber auf dem Ortseingangsschild bemerkbar macht. Das Dorf wird dominiert vom Refugio „El Racó de la Finestra“, einem Hostel von Kletterern für Kletterer. Gegen eine kleine Gebühr konnten wir dort Wäsche waschen und uns auch mal eine Dusche oder ein Bier gönnen. Auf der anderen Seite eines kleinen Flusses gab es einen Parkplatz, auf dem man kostenlos mit dem Bus stehen konnte. Mittlerweile ist der Parkplatz zum Campingplatz „El Pont“ umfunktioniert worden.

Margalef is a climbing village through and through, which is already noticeable by the many stickers on the entrance sign. The village is dominated by the Refugio „El Racó de la Finestra“, a hostel run by climbers for climbers. For a small fee, we were able to wash clothes in there and treat ourselves to a shower or a beer. On the other side of a small river there was a parking lot where you could stay for free. Meanwhile, the parking lot has been converted to the campsite „El Pont“.

Vom Dorf aus fährt man mit dem Auto weiter ins Tal, um zu den Kletterfelsen zu gelangen. Bei einigen der Wände konnte man direkt davor parken und quasi aus dem Auto heraus sichern. Um zu unserer Lieblingswand, dem Sektor Espadelles, zu kommen, musste man das Auto eine schmale Straße mit engen Haarnadelkurven den Berg hinauf jagen – das war einer der wenigen Momente, in denen wir froh waren, dass unser Bus nicht länger oder breiter war. 

From the village you drive by car further into the valley to get to the climbing sectors. For some of the routes you could park directly in front of the wall and basically belay from out of the car. To get to our favorite sector called Espadelles, you have to chase the car uphill along a narrow road with tight hairpin bends – that was one of the few moments when we were glad our van was not longer or wider.

Zu Anfang schien das Klettern in Margalef nur daraus zu bestehen, dass man das richtige Loch aus den vielen großen und kleinen Löchern im Konglomerat heraussucht, doch nach einer Weile lernten wir die Vielfältigkeit der Routen kennen und schätzen.

At first, climbing in Margalef seemed to consist only of choosing the right hole in the many big and small holes in the conglomerate, but after a while we got to know and appreciate the diversity of the routes.

Auch abgesehen vom Klettern gab es spannende Dinge zu erleben. Wir waren im November 2014, zum Zeitpunkt des ersten Referendums zur Selbständigkeit in Katalonien. Überall wehten katalonische Flaggen und Schleifen und diverse Grafittis und Poster riefen zur Wahlbeteiligung auf. Die Besitzerin des Cafés in Cornudella war am Tag nach dem Referendum ganz überwältigt vom Ergebnis und konnte nur immer wieder sagen „Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben“.

Apart from climbing, there were also other exciting things to do and witness. We were in Catalunya in November 2014, the time of the first referendum on independence. There were Catalan flags and bows everywhere and various grafittis and posters encouraged people to vote. The day after the referendum, the owner of the café in Cornudella was completely overwhelmed by the results and could only repeat „I can not believe it, I can not believe it“.

Auch der Frühling in Margalef war wunderschön, vor allem als im März die Mandelbäume angefangen haben zu blühen und überall in der Landschaft weiße Wattebäusche herumstanden.

Spring in Margalef was beautiful too, especially when the almond trees started to flower in March and white cotton balls were scattered all over the landscape.

Einer der besten Aspekte von unserer Zeit in Margalef waren die Leute, die wir dort kennen gerlernt haben. Als wir damals vor der Reise verkündet hatten, dass wir unsere Jobs schmeißen und eine Auszeit nehmen um mit dem Bus durch Europa zu fahren, hatten viele unserer Freunde uns für verrückt erklärt. Gegenüber den Lebensentwürfen von einigen der Leute in Margalef war dies jedoch komplett brav und konventionell. Joris, zum Beispiel, ein Franzose, arbeitet im Herbst und Winter in der Schweiz und lebt in seinem Bus, den Rest des Jahres erkundet er die Welt (momentan fährt er mit dem Fahrrad durch Ostafrika).

One of the best things during our time in Margalef were the people we got to know there. Before we started our trip, many of our friends had declared us crazy when we announced that we were quitting our jobs and taking time out to travel in our van across Europe. Compared to the life of some of the people in Margalef, however, this was completely tame and conventional. Joris, for example, a Frenchman, works in Switzerland in autumn and winter and lives in his van, the rest of the year he explores the world (currently riding his bicycle through East Africa).

03_GroupWir hatten also eine Menge Spaß in Margalef, sei es beim Klettern, als auch an Ruhetagen – zum Beispiel beim Testen des Fernauslösers für die Kamera.

So, all in all we had a lot of fun in Margalef, be it climbing, or on rest days – for example, when testing the remote shutter release for the camera.

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Way back when: Chulilla

Ich habe zwischen den Jahren unsere Bilder der letzten Jahre sortiert. Dabei sind mir die Fotos von Februar 2015 in die Hände gefallen, als wir mit unserem Bus durch Spanien gereist sind. Schnee hatte uns damals von unseren Lieblingskletterorten in Katalonien vertrieben und so ist ein ganzer Schwung von Kletterern aus dem Norden Spaniens Richtung Valencia und dann weiter nach Chulilla gefahren.

Between christmas and new years, I finally got around to sorting through the photos of the last few years. That is when I stumbled over those from February 2015, when we were traveling through Spain with our van. Snow had driven us away from our favorite climbing spots in Catalonia and so a whole bunch of climbers migrated from the north of Spain to Valencia and then on to Chulilla.

Map_Chulilla

Nachdem wir von der Autobahn abgefahren waren, kurvten wir lange Zeit durch leicht hügeliges Gelände. Gerade wunderte ich mich noch, wo sich in dieser Landschaft die Kletterfelsen verstecken, da tat sich plötzlich die Erde neben uns auf. Das Klettergebiet von Chulilla erstreckt sich über die Wände einer Schlucht, dort wo sich ein Fluss tief in den Boden hineingegraben hat.

After leaving the motorway, we drove through slightly hilly terrain. I was just wondering where this kind of  landscape was hiding the climbing routes, when suddenly the earth opened up next to us. The climbing area in Chulilla is spread across the walls of a gorge, where a river has bitten deep into the ground.

Die Stadt Chulilla liegt direkt an den Klippen der Schlucht. Weiß getünchte Häuser stapeln sich den Hügel hinauf bis hin zu einer roten Burg, die über allem thront. Die Häuser der Stadt sind liebevoll hergerichtet, überall stehen schmucke Kübel mit Pflanzen und Mosaike aus bunten Fliesen zieren die Türrahmen.

The town of Chulilla is located at the edge of the cliffs. Whitewashed houses are stacked up along the hill until they reach a red castle that towers over everything. The houses of the city are carefully maintained, there are potted plants everywhere and mosaics of colorful tiles decorate the door frames.

Wir parkten am Rand der Stadt oberhalb der Schlucht. Um zu den Kletterrouten zu kommen steigt man in die Schlucht ab, läuft am Fluss entlang und kraxelt dann wieder ein paar Meter zu den einzelnen Sektoren hoch. Die Routen sind unheimlich lang, so dass man am besten ein 80m-Seil mitbringt. Infos zum Klettern in Chulilla gibt es hier.

We parked at the edge of town on top of the gorge. To get to the climbing routes you descend into the canyon, walk along the river and then scramble up a few meters to the individual sectors. The routes are incredibly long, so it’s best to bring an 80m rope. More information about climbing in Chulilla can be found here.

Im Februar war es auch in Chulilla recht kalt und oft nebelig. Die hohen Wände der Schlucht verschluckten außerdem schnell die Sonne, wenn sie sich mal zeigte. Unser Bus war damals überaus beliebt, da wir isolierte Wände und eine Heizung haben. Am Abend nach einem besonders kalten Tag saßen plötzlich sieben Leute im Inneren unseres Busses – wir waren so kuschelig gequetscht, dass wir sogar die Heizung ausstellen konnten.

In February, it was quite cold in Chulilla and often foggy. The high walls of the gorge also quickly swallowed the sun when it showed itself. Our van was quite popular at that time, because we have insulated walls and a heater. In the evening after a particularly cold day, seven people suddenly sat inside our van – we were so nicely squashed next to each other that we could even turn off the heating.

Am besten hat mir Chulilla am Abend gefallen. Dann funkeln die Häuser der Stadt und zeigen, dass Chulilla eines der schönsten Dörfer Spaniens ist – zumindest meiner Meinung nach.

I liked Chulilla best in the evening, when the houses of the city start to shine and sparkle and show that Chulilla is one of the most beautiful villages in Spain – at least in my opinion.

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December

Letztes Jahr im Dezember bin ich bei 16 Grad durch Sintra spaziert und am Strand entlang gewandert. Dieses mal sieht das ganz anders aus. Damit ich Portugal jedoch nicht so sehr vermisse, gibt sich der Dezember alle Mühe, mir ein Wintermärchen nach allen Regeln der Kunst zu bieten.

Last year in December, I walked through sunny Sintra and along the beach. This year around, my days look completely different. However, December really pulls out all the stops so that I do not have to miss Portugal so much.

Zum einen gibt es da den wunderschönen Weihnachtsmarkt in Mosbach. Die Fachwerkhäuser um den Marktplatz herum bieten die perfekte Kulisse für Holzbuden, bunte Lichter und Glühweinduft.

For one, there is the beautiful Christmas market in Mosbach. The half-timbered houses and cute market place supply the fairy-tale location for wooden stalls, twinkling lights and wafts of Glühwein.

Auch das Wetter verhält sich wie es sich für ein Wintermärchen gehört: es schneit pünktlich zum Adventswochenende. Sogar in Mannheim lag für ein paar Stunden Schnee, was gleich zum Anlass genommen wurde, einen inoffizielen Schneemann-Wettbewerb am Rheinufer auszutragen.

The weather also behaves as befitting a winter fairy tale: just on time for the Advent weekend, the first snow started to fall. Even Mannheim was covered for a few hours – long enough to host an unofficial snowman competition on the banks of the Rhine river.

Natürlich tue ich auch selber etwas für das Wintermärchen. Ich habe bereits einen kompletten Samstagnachmittag damit verbracht Kekse zu backen. Mit Geschmacksbomben wie Zimtschnecken und Ingwerplätzchen bewaffnet kann einem das ekligste Wetter nichts anhaben.

Of course, I myself also contribute to the winter fairytale. I have already spent a whole Saturday afternoon baking cookies. When you are armed with flavor bombs like cinnamon rolls and ginger cookies, even the nastiest weather can not harm you. By the way, why are they called cookies and not bakies??

Und wenn man noch das geliebte Mannheimer Schloss im Schnee sehen kann, dann kann der Rest des Winters gerne kommen.

The highlight of this year’s winter wonderland so far was seeing my beloved Mannheim Palace covered in snow. Winter is coming? Bring it on!

Mannheim Castle in the snow

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Forêt de Fontainebleau

Vergangene Woche besuchten wir eines unserer Lieblingsbouldergebiete: den Wald von Fontainebleau im Südosten von Paris. Dort trafen wir uns mit zwei befreundeten Familien.

Last week, we went to one of our favourite bouldering spots: The Forest of Fontainebleau to the southeast of Paris. There, we met up with two befriended families.

Map_Fontainebleau

Fontainebleau ist eine kleine Stadt mit schönen Steinhäusern und einem riesigen Renaissanceschloss. Aber der Wald, der die Stadt umgibt, ist noch schöner. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Pariser und eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Westeuropas. Bäumeund Büsche jeglicher Art liefern unterschiedliche Formen und Schattierungen von Grün, Rot und Gelb. Der Sandstein in der Gegend ist ausgewaschen worden und hat einen weichen sandigen Boden hinterlassen, auf dem bizarr geformte Felsbrocken herum liegen. Diese Findlinge in Bleau sind der perfekte Spielplatz für Kletterer aller Altersstufen – und sogar für Boulderer wie uns, die gerade nicht in Hochform sind.

Fontainebleau is a small city with beautiful stone houses and a ginormous Renaissance palace. But the forest surrounding the city is even more beautiful. It is a popular weekend destination for Parisians and one of the largest contiguous forest areas in Western Europe. Trees and bushes of every kind supply different shapes and shades of green, red and yellow. The sand stone in the area has been washed out, leaving a soft sandy ground and bizzarly formed boulders strewn about. These boulders in Bleau are the perfect playground for climbers of all ages – and lucky for us, of all states of fitness as well.

Damals als wir noch ohne Bus in Bleau unterwegs waren, schliefen wir einmal in unserem Auto und wachten mit einer von Eiskristallen überzogenen Heckscheibe auf. Andere Male waren wir tagelang in unserer Gîte eingesperrt, weil es nass war oder regnete. Diesmal hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter. Die meisten Tage waren sonnig, frisch und trocken – perfekt zum Bouldern. Wir fanden außerdem einen schönen Parkplatz für die Busse neben einem Feld, das förmlich dazu einlud mit dem Hund Stöckchen zu werfen oder mit den Kindern unserer Freunde Fußball zu spielen. Direkt neben unserem Bus wuchs einer dieser Bilderbuchbäume, dessen Herbstblätter in der blassen Sonne funkelten.

In the days before we had our van, we slept in our car once when we were in Bleau, and woke up to see ice crystals covering the whole rear window. Other times, we were confined to our gîte for days on end, because it was wet or raining. This time, we were very lucky with the weather. Most of the days were sunny, crispy and dry – perfect for bouldering. We also found a very nice spot to park our vans for the night, next to a field that beckoned you to play fetch with the dog or kick around a football with our friends‘ kids. It also hosted one of those picture-perfect trees, its autumn leaves twinkling in the pale sunshine.

Baum_Sonne

Eines Abends kamen wir vom Bouldern zurück und die Landschaft sah plötzlich sehr anders aus.

One evening we returned from bouldering to find that the scenery looked very different.

Baum_Nebel.JPG

Nebel hatte sich über dem Feld ausgebreitet, kroch durch die Büsche und versteckte sich zwischen den Bäumen. Ein unheimliches Licht schien durch die Wolken und fast konnte man in der Ferne einen einsamen Wolf heulen oder ein Raumschiff schwirren hören.

Fog had spread across the field, creeping up through the bushes and hiding amongst the trees. An eerie light shone through the clouds and you could almost hear some lonely wolf howling in the distance or an alien spacecraft whirring overhead.

Am Tag darauf schien die Sonne und das Feld lud wieder zum Kicken ein, ganz unschuldig und freundlich.

The day after, the sun was shining and the field was beckoning again, all innocent and friendly.

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Vilnius

Ein weiterer Monat, eine weitere Reise, diesmal für ein paar Tage nach Vilnius. Ich war zum ersten Mal in Litauen (oder in irgendeinem der baltischen Staaten), ich war also sehr gespannt. Einige Tage vor meinem Flug wurde mir klar, dass ich keine Ahnung von der Sprache dort hatte, also versuchte ich noch auf den letzten Drücker ein bisschen Litauisch zu pauken. In diesem Sinne: „Laba diena“ an euch alle!

Another month, another trip, this time to Vilnius for a few days. It was my first time in Lithuania (or any of the Baltic states, for that matter), so I was very excited. A few days before my flight, I realised that I had no idea about the language there, so I tried to do some last minute cramming. So, „Laba diena“ to you all!

Mit knapp 600.000 Einwohnern ist die Hauptstadt Litauens recht übersichtlich. Die schöne Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und kann einfach zu Fuß erkundet werden. Anfangs habe ich noch einen Blick in jede Kirche geworfen, nach einer Weile merkt man jedoch, dass diese an jeder Ecke stehen und eine barockiger ist als die andere. Es gibt zahlreiche Cafés und Kneipen, deren erleuchtete Fenster besonders in den Abendstunden ins Innere locken. Ab und zu sieht man die Hinterlassenschaften der sowejtischen oder deutschen Besatzer – Zeitzeugen für die turbulente Geschichte des Landes.

With a little less than 600,000 inhabitants, the capital of Lithuania is easy to navigate. The beautiful old town is a UNESCO world heritage site. At first, I peeked into each church I found, but after a while you realise that there is one on every corner, each outdoing the other in its baroque splendor. There are numerous cafés and pubs. Especially in the late hours, their illuminated windows lure you into their cosy interiors. From time to time one can see traces of the Soviet or German occupation, reminders of the country’s turbulent history.

Vom Wetter her ist Oktober vielleicht nicht der beste Monat, um Vilnius zu besuchen: Es hat die ganze Zeit geregnet. Dafür haben die Blätter der vielen Bäume, welche die Stadt umgeben, für Farbe gesorgt. Eine junge Frau, mit der ich sprach, sagte sie habe lange geglaubt, dass das Grün, Rot und Gelb der litauischen Flagge die Herbstfarben der Bäume repräsentiere. Tatsächlich stehen die Farben für Freiheit, Blut … und Sonne – sehr unpassend, wie die Litauerin fand.

In terms of the weather, October might not be the best month to visit Vilnius: It rained the whole time I was there. On the other hand, the leaves of the many trees that surround the city provided plenty of colour. A young woman I talked to said that she had long believed that the green, red and yellow of the Lithuanian flag represent the autumn colours on the trees. In fact, they stand for freedom, blood … and sun – which the Lithuanian women thought to be a very questionable representation of Lithuanian weather.

Es gab auch ein paar kleine Kunstwerke in den Straßen von Vilnius zu entdecken. Seit 2013 gibt es dort ein alljährliches Street Art-Festival, bei dem sich auch einige internationale Künstler in der Stadt austoben. Ein paar mir bekannte Namen waren auch dabei: Os Gémenos hatte ich schon in Lissabon gesehen, Millo war mir aus Cascais bekannt.

There were also a few street art gems to discover in Vilnius. Since 2013, the town hosts a yearly street art festival. On these occasions, a few international artists had also left their mark there. Among them were some that I had already come across: I had seen Os Gémenos in Lisbon, and Millo in Cascais.

Trotz des Regens habe ich versucht, so viel von der Stadt zu erkunden, wie ich konnte – auch nachdem ich in eine Pfütze getreten war, mit Rucksack, Kamera und Regenschirm kämpfte, während ich fotografierte, oder plötzlich den oberen Teil meines geliebten Regenschirms in der einen Hand hielt und den unteren Teil in der anderen. Eines Abends jedoch, nachdem ich ein oder zwei Gläser Wein mit Freunden getrunken hatte, kehrte ich in meine Airbnb-Wohnung zurück und entdeckte die fotogene Wand bei meinem Waschbecken. Die Bilder sprechen für sich…

Despite the rain, I tried to explore as much of the city as I could – even after having stepped in a puddle, fighting with arranging backpack, camera and umbrella whilst taking pictures, or suddenly holding the top part of my beloved umbrella in the one hand and the bottom part in the other. One evening, however, after having had a glass of wine or two with some friends, I returned to my airbnb flat and discovered the photogenic wall behind my sink. Enough said…